Geöffnetes, doppelflügeliges Fenster mit Blich auf Berglandschaft

Haustechnik, Wohnraumlüftung

19. Juni 2017

Frischluft für den Wohnraum

Warum eine Wohnraumlüftung wichtig und sinnvoll ist. Ob wir uns in einem Raum wohl fühlen, hängt nicht zuletzt auch von der Luft darin ab. Ob stickig, abgestanden oder frisch gelüftet hat einen Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Einfach mal alle Fenster auf und die Sache ist erledigt? In Zeiten von Niedrigenergie- und Passivhäusern ist das nicht mehr ganz so einfach. Die sind mittlerweile so gut isoliert und abgedichtet, dass kaum noch ein natürlicher Luftaustausch über Fugen in der Gebäudehülle stattfindet. Damit wir uns rundum wohl fühlen und in Feuchträumen kein Schimmel entsteht, müsste die Raumluft alle zwei Stunden komplett getauscht werden. Das entspricht einem 0,5-fachen Luftwechsel. Mit der aktuellen Bauweise bringen wir es derzeit auf einen 0,05- bis maximal 0,1-fachen Luftwechsel. Würde man den Luftaustausch nur über Lüften erzielen wollen, müsste man alle zwei Stunden die Fenster zehn Minuten lang öffnen. Alle Fenster. Bei Tag und bei Nacht. Das ist weder energieeffizient noch machbar. Daher sollte schon in der Planungsphase der Einbau einer Wohnraumlüftung mitbedacht werden. „Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie in eine Wohnraumlüftung investieren wollen, bereiten Sie zumindest die Rohrleitung dafür vor. Die Kosten dafür sind überschaubar und Sie können dann später jederzeit eine Lüftung nachrüsten,“ appelliert HOLTER Technikexperte Roland Fuchshuber an alle Häuslbauer. Denn: „Bei einem nachträglichen Einbau können die Vorteile der Wohnraumlüftung nicht mehr oder nur durch erhebliche bauliche Maßnahmen optimal ausgenutzt werden.“

Drei Mythen rund um die Wohnraumlüftung

  • 1. Eine Wohnraumlüftung ist laut.
    Bei einer zentralen Lösung steht das grundsätzlich schallgedämpfte Lüftungsgerät in einem Technikraum im Keller. In den Wohnräumen hört man vom laufenden Betrieb nichts. Anders verhält es sich natürlich bei nachträglich eingebauten Wohnraumlüftungen, wo Geräte dann vielleicht direkt im Wohnbereich angebracht sind.
  • 2. Eine Wohnraumlüftung verursacht unangenehmen Zug.
    Um Zugluft zu vermeiden wird die frische Luft in Bodennähe in die Räume eingeleitet. Im Idealfall wird sie dort von der Fußbodenheizung erwärmt. Um eine zugfreie Wohnraumlüftung zu garantieren, sollte die Verrohrung schon in der Planungsphase berücksichtigt werden. Bei nachträglicher Installation können die Leitungen oft nicht mehr ideal verlegt werden, was zu Zugluft führen kann.
  • 3. Eine Wohnraumlüftung ist eine Keimschleuder.
    In das Lüftungsgerät sind Filter für die Innen- und Außenluft eingebaut, somit kann kein Schmutz in das System eindringen. Auch Schimmel hat keine Chance, da Feuchtigkeit nur dort entsteht, wo warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft, was nicht der Fall ist. Um eine optimale Funktion der Lüftungsanlage zu gewährleisten, sollten die Filter regelmäßig gereinigt bzw. getauscht werden.

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